Alle Artikel des Monats: September 2016

Artikel

Lass dich fallen

Hinterlasse eine Antwort

Lass Dich fallen.
Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere Dich, verantwortlich zu sein – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu.
öffne Dich. Tauche ein. Sei frei. Preise Dich selbst.

Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

(Joseph Beuys)

Artikel

Kein Eimer ohne Deckel bei IKEA

Hinterlasse eine Antwort

An der IKEA-Kasse:

Kassiererin: „Sie haben den Deckel von dem Mülleimer vergessen!“
Ich: „Nein, ich habe ihn nicht vergessen, sondern ich brauche den Deckel nicht.“
Kassiererin: „Sie müssen aber einen Deckel mitnehmen.“
Ich: „Ich brauche allerdings gar keinen.“
Kassiererin: „Sie müssen trotzdem einen nehmen. Sonst liegt einer zu viel im Regal.“
Ich: „Ich muss jetzt also zurück durch den ganzen Laden, mir einen Deckel holen, ihn mit nach Hause nehmen und ihn da in den neuen Mülleimer (ohne Deckel) schmeißen?“
Kassiererin: „Ja, genau.“
Ich: „Kann ich ihn auch gleich hier in Ihren Mülleimer werfen?“
Kassiererin: „Selbstverständlich. Der ist gleich hier um die Ecke.“
Ich: „Das ist ja ein tolles Angebot.“
Kassiererin (mit einem Anflug zum Selbstironie): „Sie können ihn auch gleich mir geben, wenn Sie ihn geholt haben, und ich bringe ihn um die Ecke.“
Ich: „Das ist ja fantastisch.“

Als ich ihr dann fünf Minuten später den Deckel vorbeigebracht habe, hat sie sich mit einem derart breiten Grinsen bedankt und gefreut, als hätte ihr mindestens einen HotDog spendiert. Inklusive Softdrink.

(Bild: Gerard Stolk, Flickr Creative Commons, Ausschnitt)

Artikel

122 gute Dinge

Hinterlasse eine Antwort

[1] Ein neues Detail in einer altbekannten biblischen Geschichte entdecken.
[2] Ein liebevolles Kompliment von der eigenen Mutter bekommen.
[3] Die erwartungsvolle Stille am Morgen.
[4] Es auch mal bei drei guten Dingen belassen können, wenn einem nix viertes einfällt.
[5] Ein Doppelkopf-Abend mit Freunden. Und gewinnen.
[6] Frühnebel.
[7| Musik von Gisbert zu Knyphausen am Samstagmorgen.
[8] Vorfreude auf die Bundesliga-Live-Konferenz.
[9] HDTV, hbbtv und LED anstelle von Röhrenfernsehen.
[10] Zu Silvester einen Neffen bekommen, ihn kurz nach Mitternacht erstmalig sehen und am Neujahrsmorgen in den Armen halten.
[11] Mit allen im Auto aus vollem Hals die Musik mitsingen.
[12] Die Einschulung der eigenen Tochter.

Artikel

Von der Gnade

4 Kommentare

Man kann nicht von der Verletzlichkeit sprechen, ohne von der Gnade zu sprechen. Oder zumindest ich kann es nicht. Ich kann auch nicht vom Scheitern sprechen, ohne von der Gnade zu sprechen.

Das wurde mir neulich in einem Gespräch mit einer Freundin deutlich. Ich hatte davon erzählt, dass ich das Gefühl habe, in einem bestimmten Bereich meines Lebens an meinen eigenen Wünschen und Ansprüchen gescheitert zu sein. Auf den Begriff „scheitern“ reagierte sie sehr entschieden und wollte dies (auch für mich) nicht gelten lassen. Ich war selbst zunächst überrascht über diese Reaktion. Im weiteren Gespräch habe ich sie besser verstehen können – für sie hatte der Begriff etwas Verurteilendes.

Artikel

Von der Verletzlichkeit

3 Kommentare

In den letzten 10 Tagen hat mich ein Thema an drei verschiedenen Orten begleitet – zu Hause in Nordhorn, in England bei der Northumbria Community und schließlich in Niederhöchstadt auf dem Emergent Forum. Manches von dem, was ich nun hier aufschreiben kann, habe ich sicher auch vorher schon erahnt oder intuitiv gelebt – jetzt wird mir aber klarer, warum es mir so wichtig ist für das Zusammenleben mit anderen Menschen. Es geht um die Verletzlichkeit.