unbenannt-1
Artikel

Einmalig

2 Kommentare

Heute denken wir an die Toten. Jeder Mensch ist einmalig.

Einer von denen, die im letzten Jahr gestorben sind, hat damals die Briten ausgetrickst.
Ein anderer hat nach der Wende erfahren, dass seine besten Freunde ihn bespitzelt hatten.

Eine ist immer ohne Geld zum Einkaufen gegangen – „erstmal nur gucken“.
Ein anderer hatte ein eigenes Eisfach – nur für sein Eis.
Und eine war oft stundenlang im Imbiss, weil es da so schön war.
Viele haben gerne gelebt.

Eine hat immer montags geputzt, denn am Dienstag kam ja die Putzfrau.
Eine andere war ihr Leben lang immer überall fremd.
Und noch eine andere konnte mit 86 Jahren noch ihre Füße mit den Fingerspitzen berühren.

friseur
Artikel

Erziehungswissenschaften für Fortgeschrittene

Hinterlasse eine Antwort

Der Klassiker: Kleiner Junge beim Friseur und keinerlei Ambitionen, sich die Haare schneiden zu lassen. Schon während die große Schwester an der Reihe ist, deutet sich das nachfolgende Drama an.

Als seine Zeit gekommen ist, wechseln sich Phasen des lauthalsen Geschreis mit Fluchtversuchen aus dem Laden und kurzen Momenten, in denen sich eine Kooperation anzudeuten scheint, die dann aber doch jeweils aus verschiedenen Gründen nicht zustande kommt. Von Vorteil (für den Jungen) auch, dass der Friseursalon eine Runde bietet, so dass die ihn verfolgende Mutter jeweils nur auf einige Meter an ihn rankommt, bevor beide die Richtung wechseln. Versprechungen von ihrer Seite („Du bekommst zu Hause ein neues Spielzeug!“), nützen genauso wenig wie Drohungen („Ich gehe jetzt mit deiner Schwester ein Eis essen und du bleibst hier!“).

Von dieser letztgenannten Perspektive wenig begeistert schaltet sich nun auch die haarschneidende Belegschaft ins Geschehen ein und greift ganz tief in die psychologische Trickkiste: „Wenn du dir nicht die Haare schneiden lässt, dann siehst du bald aus wie ein Mädchen!“ Auch dieses Horror-Szenario zeigt aber keine Wirkung.

Nach einer gefühlten Ewigkeit dann der Durchbruch. Zum letzten Mittel greifend stößt die schweißgebadete Mutter mit einem Ton der Verzweiflung aus: „Wenn du jetzt mitmachst, dann fahren wir zusammen gleich in die Waschstraße.“ Mit einem Blick, der sagt: „Warum nicht gleich so?“, sitzt der Knabe augenblicklich auf seinem Stuhl.

(Bild: Andreas, Flickr Creative Commons, Ausschnitt)

tra%cc%88ume
Artikel

Lass dich fallen

Hinterlasse eine Antwort

Lass Dich fallen.
Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere Dich, verantwortlich zu sein – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu.
öffne Dich. Tauche ein. Sei frei. Preise Dich selbst.

Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

(Joseph Beuys)

ikea
Artikel

Kein Eimer ohne Deckel bei IKEA

Hinterlasse eine Antwort

An der IKEA-Kasse:

Kassiererin: „Sie haben den Deckel von dem Mülleimer vergessen!“
Ich: „Nein, ich habe ihn nicht vergessen, sondern ich brauche den Deckel nicht.“
Kassiererin: „Sie müssen aber einen Deckel mitnehmen.“
Ich: „Ich brauche allerdings gar keinen.“
Kassiererin: „Sie müssen trotzdem einen nehmen. Sonst liegt einer zu viel im Regal.“
Ich: „Ich muss jetzt also zurück durch den ganzen Laden, mir einen Deckel holen, ihn mit nach Hause nehmen und ihn da in den neuen Mülleimer (ohne Deckel) schmeißen?“
Kassiererin: „Ja, genau.“
Ich: „Kann ich ihn auch gleich hier in Ihren Mülleimer werfen?“
Kassiererin: „Selbstverständlich. Der ist gleich hier um die Ecke.“
Ich: „Das ist ja ein tolles Angebot.“
Kassiererin (mit einem Anflug zum Selbstironie): „Sie können ihn auch gleich mir geben, wenn Sie ihn geholt haben, und ich bringe ihn um die Ecke.“
Ich: „Das ist ja fantastisch.“

Als ich ihr dann fünf Minuten später den Deckel vorbeigebracht habe, hat sie sich mit einem derart breiten Grinsen bedankt und gefreut, als hätte ihr mindestens einen HotDog spendiert. Inklusive Softdrink.

(Bild: Gerard Stolk, Flickr Creative Commons, Ausschnitt)

gutedinge
Artikel

122 gute Dinge

Hinterlasse eine Antwort

[1] Ein neues Detail in einer altbekannten biblischen Geschichte entdecken.
[2] Ein liebevolles Kompliment von der eigenen Mutter bekommen.
[3] Die erwartungsvolle Stille am Morgen.
[4] Es auch mal bei drei guten Dingen belassen können, wenn einem nix viertes einfällt.
[5] Ein Doppelkopf-Abend mit Freunden. Und gewinnen.
[6] Frühnebel.
[7| Musik von Gisbert zu Knyphausen am Samstagmorgen.
[8] Vorfreude auf die Bundesliga-Live-Konferenz.
[9] HDTV, hbbtv und LED anstelle von Röhrenfernsehen.
[10] Zu Silvester einen Neffen bekommen, ihn kurz nach Mitternacht erstmalig sehen und am Neujahrsmorgen in den Armen halten.
[11] Mit allen im Auto aus vollem Hals die Musik mitsingen.
[12] Die Einschulung der eigenen Tochter.

Gnade
Artikel

Von der Gnade

4 Kommentare

Man kann nicht von der Verletzlichkeit sprechen, ohne von der Gnade zu sprechen. Oder zumindest ich kann es nicht. Ich kann auch nicht vom Scheitern sprechen, ohne von der Gnade zu sprechen.

Das wurde mir neulich in einem Gespräch mit einer Freundin deutlich. Ich hatte davon erzählt, dass ich das Gefühl habe, in einem bestimmten Bereich meines Lebens an meinen eigenen Wünschen und Ansprüchen gescheitert zu sein. Auf den Begriff „scheitern“ reagierte sie sehr entschieden und wollte dies (auch für mich) nicht gelten lassen. Ich war selbst zunächst überrascht über diese Reaktion. Im weiteren Gespräch habe ich sie besser verstehen können – für sie hatte der Begriff etwas Verurteilendes.

Unbenannt-1
Artikel

Von der Verletzlichkeit

3 Kommentare

In den letzten 10 Tagen hat mich ein Thema an drei verschiedenen Orten begleitet – zu Hause in Nordhorn, in England bei der Northumbria Community und schließlich in Niederhöchstadt auf dem Emergent Forum. Manches von dem, was ich nun hier aufschreiben kann, habe ich sicher auch vorher schon erahnt oder intuitiv gelebt – jetzt wird mir aber klarer, warum es mir so wichtig ist für das Zusammenleben mit anderen Menschen. Es geht um die Verletzlichkeit.

IMG_0014
Artikel

Sonne. Und Regen. Und Sonne. Mein Pfingsten.

1 Kommentar

Vor gut einem Jahr haben wir es zum ersten Mal versucht. Ich hatte Leute, die sich zum Teil gar nicht kennen, an unseren Küchentisch eingeladen. Und wir haben uns gegenseitig Lieder und Texte geschenkt – mit ihnen viel Persönliches, Geschichten aus den Leben. Zwischen diesem ersten Treffen und dem zweiten lag eine lange Zeit. In etwas veränderter Besetzung dann aber gestern Runde Nummer zwei. Thema war „Sonne. Und Regen. Und Sonne.“

Ich habe den anderen von meiner Woche erzählt. Von den Freuden der Konfirmation. Und vom Schmerz bei der Beerdigung unserer Kindergartenleiterin. Sie fehlt sehr. Auf ihrer Beerdigung hatte ich ein Lied gesungen über die Kraft, die manchmal fehlt. Und darüber, dass jemand anders für uns stark sein kann, wenn wir es nicht sind. Das Lied hat mich im ganzen letzten Jahr begleitet. In den letzten Tagen noch einmal besonders.

Gestern habe ich es dann noch einmal geteilt (so ähnlich wie im Video hätte es klingen können, wenn du Gitarre gespielt hättest, Bobby).

Nawras, der seit fast zwei Jahren in Nordhorn lebt, hat uns ein Preview seines sehr beeindruckenden Films „Nordhorn – City of Love“ gezeigt. Er hat ihn gedreht aus Dankbarkeit für das, was er hier in der Stadt an Gastfreundschaft erlebt hat. Ich freue mich schon sehr darauf, ihn auch bald mit euch teilen zu können, aber er ist noch nicht ganz fertig. Wir haben darüber gesprochen, wie es nicht nur Teufelskreisläufe in der Welt geben kann, sondern auch Segenskreisläufe in Gang gesetzt werden können. Wir haben beeindruckende eigene Texte von Regen und Sonne, von Schmerzen und neuem Vertrauen ins Leben gehört. Bobby und Sanna haben uns mit hinein genommen in die Geschichte des Lebens und Sterbens vom Musiker und Komponisten Louis Ignatius Gall, den die beiden bis zum letzten Atemzug begleitet haben und dessen Geschichte ihr euch hier anschauen könnt. Er hatte vor seinem Tod noch ein fröhliches Stück für den Sohn von Bobby und Sanna komponiert (der unsere Runde gestern komplettierte), das wir nach jüdischer Trauermusik hören durften.

Jede und jeder kam irgendwie mit der eigenen Geschichte vor. Selbstverständlich haben wir auch noch bis kurz vor Mitternacht die großen weltpolitischen und religiösen Themen beackert (und weitesgehend geklärt). Aber was mich auch am Morgen danach noch begleitet, ist, dass es gelingen kann, dass ganz unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Ländern (in dem Fall Schottland, Syrien, Niederlande, Deutschland und sogar Ostfriesland!) mit unterschiedlichen Hintergründen (jüdisch, christlich, agnostisch und kommunistisch) sich wirklich von Mensch zu Mensch begegnen, wenn sie eigenen Schmerz und eigenes Glück behutsam miteinander teilen.

Manche mögen behaupten, es wäre der Wein gewesen. Den gab es auch. Aber nicht so viel, als dass es als hinreichende Begründung gelten könnte. Für mich war es Pfingsten.

Sonnenaufgang
Artikel

Ostern an Karfreitag

Hinterlasse eine Antwort

Gestern haben wir erstmalig einen für mich ganz wunderbaren Frühgottesdienst „Vom Dunkel ins Licht“ gefeiert. Mit dem Aushalten der Dunkelheit, mit der Weitergabe des Lichts, in der Taufe eines Jugendlichen und im Abendmahl durften wir spüren, was Neuanfang bedeutet. Was wäre das Leben, wenn wir nicht neu beginnen könnten, wenn etwas zu Ende geht. Das ist auch für mich gerade wichtig.

Mein persönliches Ostern ereignete sich allerdings eigentlich schon am Karfreitag-Nachmittag. Schon seit einigen Tagen hatten wir ein Zimmer gesucht. Für einen Flüchtling aus Syrien, dessen große Familie schon einige Monate in Nordhorn lebt und der verständlicherweise auch hier bei ihnen sein wollte und nicht in einer anderen deutschen Stadt. Unsere Stadt wiederum hatte zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass es an irgendeinem Punkt Einschränkungen dafür gibt, wie viele Menschen in einer Wohnung mit einer bestimmten Fläche angemeldet sein dürfen. Und so brauchten wir vor allem eine neue Meldeadresse für ihn.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.35.03Nach einigem Suchen hatten wir dann am Karfreitag plötzlich zwei Optionen für Samih: Eine für drei Monate leer stehende Wohnung mitten in der Stadt, die der eigentliche Bewohner (obwohl unterwegs und nicht darauf vorbereitet) einem völlig Fremden voll Vertrauen überlassen hätte. Und ein kleines Zimmer in der Nähe unserer Kirche bei einer Familie, deren Tochter gerade ausgezogen und nur noch zeitweise zu Hause ist.

Und so kam es zu einem spontanen Treffen im Wohnzimmer von Andrea und Michael, zwei Engagierten unserer Gemeinde, und ihren Kindern, die unseren syrischen Neubürgern in Sachen Gastfreundschaft mal überhaupt nicht nachstehen. Und das muss ich euch kurz beschreiben, weil es so typisch und wunderbar ist: Im Wohnzimmer saßen Anke, eine unserer treuesten Mitarbeiterinnen beim Flüchtlingscafe „Open Door“. Dann Anas, der mit seinem Dankesbrief an das deutsche Volk im Dezember die Aufmerksamkeit aller nationalen Medien erhielt und der inzwischen bei Michael und Andrea mit im Haus wohnt. Außerdem Samiu, Marjola, Emi und Rajani aus Albanien – eine Familie, die vermutlich auch irgendwann bald abgeschoben wird, die aber in der Zwischenzeit nicht müde wird, anderen mit ihrer Fröhlichkeit und Herzlichkeit zu helfen. Samiu hatte an Weihnachten den meisten Text als einer der Weisen in unserem Krippenspiel, obwohl er nach ein paar Wochen in Deutschland quasi kein Deutsch sprach. Er hat dann einfach die Laute gelernt und dabei versucht zu verstehen, was er eigentlich sagt. Jetzt im März übersetzt er für uns zwischen Deutsch und Arabisch, was er als Albaner neben Englisch zufällig auch noch perfekt spricht. Und dann eben Samih aus Syrien mit seiner Cousine Reem und seinem Cousin Basel, drei Personen dieser herzlichen, dankbaren christlichen Familie aus Syrien. Andrea hatte wunderbar Pizza gebacken für alle. Die Kinder, die sich inzwischen gut kennen, spielten zusammen und ich versuchte, Samih mit der Hilfe von Samiu die beiden Optionen „Wohnung und Zimmer“ zu erklären. Samih fragte zurück und für ihn ging es nur um die Familie. Etwas verwundert erklärte ich noch einmal, dass es eine komplette Wohnung für ihn als 19-jährigen direkt im Stadtzentrum gäbe – ob er das verstanden habe? Samih sagte, er würde gerne die Familie kennenlernen. Michael neben mir grinste und sagte zu mir: „Mich wundert das nicht.“ Der Wunsch nach Integration und Kontakt und das Bestreben, möglichst schnell deutsch zu lernen, ist auch seiner Erfahrung nach in der Regel viel stärker als die Frage nach Platz, Luxus etc.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.38.06Weil wir gerade zusammen waren, rief ich die Familie an. Selbstverständlich gelte das Angebot noch, ich könnte sofort mit Samih vorbeikommen. Das taten wir und waren 5 Minuten später da. Ein herzliches Willkommen durch vier strahlende Gesichter und einen Hund. Besichtigung des kleinen Zimmers. Erste Kommunikationsversuche mit Händen und Füßen. Das Angebot, nicht nur das Zimmer nutzen zu dürfen, sondern Teil der Familie zu werden – inklusive Essen, Wäsche etc. Ein glücklicher Samih.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.33.50Es gibt größere Häuser in Nordhorn. Es gibt Familien, die in den letzten Jahren deutlich weniger an Krankheit und Leid und Schwierigkeit selbst durchgemacht haben und gerade durchmachen. Es gibt Menschen, die viel mehr an Geld und Besitz haben als diese Familie. Aber für sie war es einfach selbstverständlich zu helfen (da wussten sie noch gar nichts davon, dass die Stadt wahrscheinlich eine kleine Miete zahlt) mit dem, was sie anbieten können. Das hat mich sehr beeindruckt.

Bildschirmfoto 2016-03-25 um 16.57.14Gleich vorgestern ist Samih eingezogen. Für ihn ein Neuanfang. Für uns alle ein bisschen Ostern. Gemeinsam mit seiner neuen Gastmutter und seiner Familie war er dann auch bei der Osternacht dabei. Am Ende haben wir uns „Frohe Ostern“ gewünscht. Da ging gerade die Sonne auf.

 

5647156865_d4f148a06e_o (1)
Artikel

Das Kreuz mit dem Kreuz

Hinterlasse eine Antwort

Der Gerichtspräsident des Amtsgerichts Saarbrücken hat Kreuze aus seinen Sitzungssälen entfernen lassen. Und sofort flammt die Debatte um das Kreuz im öffentlichen Raum wieder auf, die ja in den 90er Jahren besonders im Hinblick auf Klassenzimmer geführt wurden. Die einen argumentieren mit der weltanschaulichen Neutralität des Staates, die anderen fürchten um den Untergang des christlichen Abendlandes und ziehen ihrerseits mit dem Kreuz im Gepäck in einen Kulturkampf. Und dabei kommt es zu einem für mich fast kuriosen Streit um die Deutungshoheit dieses Symbols.

Denn das Kreuz ist ja zunächst ein Symbol. Und Symbole sind bedeutungsoffen – oder zumindest bedeutungsreich. In jedem Fall ein religiöses Symbol wie das Kreuz. Denn im Unterschied z.B. zu einem Verkehrszeichen liegt die Deutung von einem Symbol wie dem Kreuz ja eben auch im Auge des Betrachters. Wäre ein Verkehrszeichen bedeutungsoffen, hätte es vermutlich ganz katastrophale Folgen. Beim Kreuz ist der Spielraum dessen, was man unter diesem Symbol verstehen kann, deutlich größer. Inwiefern auch in aktuellen Stellungnahmen von Christen-Menschen dem Kreuz ganz Unterschiedliches zugeschrieben wird, dazu unten mehr. Gerade im Hinblick auf religiöse Symbole lässt sich nachvollziehen, dass diese sich auch nicht rein rational interpretieren lassen, sondern immer auch einen Bedeutungsüberschuss in sich tragen, der sowohl kulturell gefärbt ist als auch für den einzelnen Betrachter oft emotional belegt ist. Vielleicht erklärt dies auch die Intensität der Debatte an manchen Stellen.