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Ostern an Karfreitag

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Gestern haben wir erstmalig einen für mich ganz wunderbaren Frühgottesdienst „Vom Dunkel ins Licht“ gefeiert. Mit dem Aushalten der Dunkelheit, mit der Weitergabe des Lichts, in der Taufe eines Jugendlichen und im Abendmahl durften wir spüren, was Neuanfang bedeutet. Was wäre das Leben, wenn wir nicht neu beginnen könnten, wenn etwas zu Ende geht. Das ist auch für mich gerade wichtig.

Mein persönliches Ostern ereignete sich allerdings eigentlich schon am Karfreitag-Nachmittag. Schon seit einigen Tagen hatten wir ein Zimmer gesucht. Für einen Flüchtling aus Syrien, dessen große Familie schon einige Monate in Nordhorn lebt und der verständlicherweise auch hier bei ihnen sein wollte und nicht in einer anderen deutschen Stadt. Unsere Stadt wiederum hatte zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass es an irgendeinem Punkt Einschränkungen dafür gibt, wie viele Menschen in einer Wohnung mit einer bestimmten Fläche angemeldet sein dürfen. Und so brauchten wir vor allem eine neue Meldeadresse für ihn.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.35.03Nach einigem Suchen hatten wir dann am Karfreitag plötzlich zwei Optionen für Samih: Eine für drei Monate leer stehende Wohnung mitten in der Stadt, die der eigentliche Bewohner (obwohl unterwegs und nicht darauf vorbereitet) einem völlig Fremden voll Vertrauen überlassen hätte. Und ein kleines Zimmer in der Nähe unserer Kirche bei einer Familie, deren Tochter gerade ausgezogen und nur noch zeitweise zu Hause ist.

Und so kam es zu einem spontanen Treffen im Wohnzimmer von Andrea und Michael, zwei Engagierten unserer Gemeinde, und ihren Kindern, die unseren syrischen Neubürgern in Sachen Gastfreundschaft mal überhaupt nicht nachstehen. Und das muss ich euch kurz beschreiben, weil es so typisch und wunderbar ist: Im Wohnzimmer saßen Anke, eine unserer treuesten Mitarbeiterinnen beim Flüchtlingscafe „Open Door“. Dann Anas, der mit seinem Dankesbrief an das deutsche Volk im Dezember die Aufmerksamkeit aller nationalen Medien erhielt und der inzwischen bei Michael und Andrea mit im Haus wohnt. Außerdem Samiu, Marjola, Emi und Rajani aus Albanien – eine Familie, die vermutlich auch irgendwann bald abgeschoben wird, die aber in der Zwischenzeit nicht müde wird, anderen mit ihrer Fröhlichkeit und Herzlichkeit zu helfen. Samiu hatte an Weihnachten den meisten Text als einer der Weisen in unserem Krippenspiel, obwohl er nach ein paar Wochen in Deutschland quasi kein Deutsch sprach. Er hat dann einfach die Laute gelernt und dabei versucht zu verstehen, was er eigentlich sagt. Jetzt im März übersetzt er für uns zwischen Deutsch und Arabisch, was er als Albaner neben Englisch zufällig auch noch perfekt spricht. Und dann eben Samih aus Syrien mit seiner Cousine Reem und seinem Cousin Basel, drei Personen dieser herzlichen, dankbaren christlichen Familie aus Syrien. Andrea hatte wunderbar Pizza gebacken für alle. Die Kinder, die sich inzwischen gut kennen, spielten zusammen und ich versuchte, Samih mit der Hilfe von Samiu die beiden Optionen „Wohnung und Zimmer“ zu erklären. Samih fragte zurück und für ihn ging es nur um die Familie. Etwas verwundert erklärte ich noch einmal, dass es eine komplette Wohnung für ihn als 19-jährigen direkt im Stadtzentrum gäbe – ob er das verstanden habe? Samih sagte, er würde gerne die Familie kennenlernen. Michael neben mir grinste und sagte zu mir: „Mich wundert das nicht.“ Der Wunsch nach Integration und Kontakt und das Bestreben, möglichst schnell deutsch zu lernen, ist auch seiner Erfahrung nach in der Regel viel stärker als die Frage nach Platz, Luxus etc.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.38.06Weil wir gerade zusammen waren, rief ich die Familie an. Selbstverständlich gelte das Angebot noch, ich könnte sofort mit Samih vorbeikommen. Das taten wir und waren 5 Minuten später da. Ein herzliches Willkommen durch vier strahlende Gesichter und einen Hund. Besichtigung des kleinen Zimmers. Erste Kommunikationsversuche mit Händen und Füßen. Das Angebot, nicht nur das Zimmer nutzen zu dürfen, sondern Teil der Familie zu werden – inklusive Essen, Wäsche etc. Ein glücklicher Samih.

Bildschirmfoto 2016-03-28 um 06.33.50Es gibt größere Häuser in Nordhorn. Es gibt Familien, die in den letzten Jahren deutlich weniger an Krankheit und Leid und Schwierigkeit selbst durchgemacht haben und gerade durchmachen. Es gibt Menschen, die viel mehr an Geld und Besitz haben als diese Familie. Aber für sie war es einfach selbstverständlich zu helfen (da wussten sie noch gar nichts davon, dass die Stadt wahrscheinlich eine kleine Miete zahlt) mit dem, was sie anbieten können. Das hat mich sehr beeindruckt.

Bildschirmfoto 2016-03-25 um 16.57.14Gleich vorgestern ist Samih eingezogen. Für ihn ein Neuanfang. Für uns alle ein bisschen Ostern. Gemeinsam mit seiner neuen Gastmutter und seiner Familie war er dann auch bei der Osternacht dabei. Am Ende haben wir uns „Frohe Ostern“ gewünscht. Da ging gerade die Sonne auf.

 

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Das Kreuz mit dem Kreuz

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Der Gerichtspräsident des Amtsgerichts Saarbrücken hat Kreuze aus seinen Sitzungssälen entfernen lassen. Und sofort flammt die Debatte um das Kreuz im öffentlichen Raum wieder auf, die ja in den 90er Jahren besonders im Hinblick auf Klassenzimmer geführt wurden. Die einen argumentieren mit der weltanschaulichen Neutralität des Staates, die anderen fürchten um den Untergang des christlichen Abendlandes und ziehen ihrerseits mit dem Kreuz im Gepäck in einen Kulturkampf. Und dabei kommt es zu einem für mich fast kuriosen Streit um die Deutungshoheit dieses Symbols.

Denn das Kreuz ist ja zunächst ein Symbol. Und Symbole sind bedeutungsoffen – oder zumindest bedeutungsreich. In jedem Fall ein religiöses Symbol wie das Kreuz. Denn im Unterschied z.B. zu einem Verkehrszeichen liegt die Deutung von einem Symbol wie dem Kreuz ja eben auch im Auge des Betrachters. Wäre ein Verkehrszeichen bedeutungsoffen, hätte es vermutlich ganz katastrophale Folgen. Beim Kreuz ist der Spielraum dessen, was man unter diesem Symbol verstehen kann, deutlich größer. Inwiefern auch in aktuellen Stellungnahmen von Christen-Menschen dem Kreuz ganz Unterschiedliches zugeschrieben wird, dazu unten mehr. Gerade im Hinblick auf religiöse Symbole lässt sich nachvollziehen, dass diese sich auch nicht rein rational interpretieren lassen, sondern immer auch einen Bedeutungsüberschuss in sich tragen, der sowohl kulturell gefärbt ist als auch für den einzelnen Betrachter oft emotional belegt ist. Vielleicht erklärt dies auch die Intensität der Debatte an manchen Stellen.

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Kirche als soziales Netzwerk

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Überall wird zurzeit von Netzwerken gesprochen. Der Begriff ist als Schlüsselkategorie gesellschaftlicher Analyse allgegenwärtig. Er suggeriert Flexibilität, Modernität und Innovationskraft. Wenn man im Hinblick auf die Organisation und Institution Kirche von einem Netzwerk sprechen möchte, steht man damit unmittelbar im Verdacht, längst bekannte Strukturen und Kommunikationsmöglichkeiten lediglich neu etikettieren zu wollen. Dabei muss man allerdings beachten, dass auch „Institution“ und „Organisation“ soziologische Begriffskategorien sind, die Kirche immer nur unter bestimmten Aspekten in den Blick nehmen.

Im Kontext Kirche wird der Netzwerkbegriff sehr unterschiedlich verwendet: Manchmal einfach als unbestimmte Metapher z.B. in Anknüpfung an das biblische Bild vom Netz (Joh 21). Dann aber auch im Anschluss an soziologische Netzwerktheorien oder in Analogie zu Neurowissenschaften, dem Internet oder anderen netzwerkartigen Phänomenen. Der Begriff bietet ein vergleichsweise einfaches Bild, denn schließlich besteht ein Netzwerk lediglich aus Knoten und Verbindungen. Dies führt dazu, dass er ausgesprochen anschlussfähig ist, zugleich aber auch in der Gefahr steht, als Modewort unscharf zu werden. Trotzdem könnte er geeignet sein, das komplexe Gebilde Kirche zu versinnbildlichen.

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Kinder brauchen Grenzen?

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Jahrelang stand ein Buch mit diesem Titel in unserem Regal. Allerdings ohne das Fragezeichen. Ich kann mich gar nicht genau erinnern, ob ich es je gelesen habe. Aber der Titel wurde irgendwie unter der Hand zu einer Selbstverständlichkeit: Klar, Kinder brauchen Grenzen. Die Alternative – eine Erziehung ohne Regeln und klare Grenzen – erschien wenig sinnvoll. Und so meinte ich in den ersten Jahren als Vater meinen Kindern Gutes zu tun, indem ich möglichst konsequent, unnachgiebig und hart die Grenzlinien verteidigte, die ich vorher an mir irgendwie sinnvoll erscheinenden Stellen gezogen hatte.

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Zwei Briefe

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Heute war DER BRIEF in der Post. Im Briefkasten von Pellumb, Linditha und ihrer Tochter Arensa. Genau an dem Tag, an dem Linditha für ihr Bewerbungsgespräch üben wollte.

Arensa konnte schon nach kurzer Zeit deutsch. Inzwischen ist sie Klassenbeste. Jeder auf dem Schulhof kennt sie. Sie ist sehr beliebt. Sie lacht viel. Beim Krippenspiel wollte sie gerne mitmachen. Hat sogar einem anderen Flüchtlingskind geholfen, das gar kein Deutsch konnte. In sechs Wochen wurde sie von einer Nichtschwimmerin zur Freischwimmerin. Sie ist im Sportverein. Sie hat viele Freundinnen.

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Von der Liebe zum Eigenen und zum Anderen

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Mein Eindruck der letzten Wochen in den Debatten um die sog. Flüchtlingskrise ist, dass all die Argumente, die in den Kommentarspalten ausgetauscht werden, dass all die Posts und Videos in den sozialen Netzwerken, dass all dies jedenfalls nicht die Wirkung hat, das jeweils andere Lager maßgeblich argumentativ zu überzeugen. Die Emotionen (Mitgefühl, Erschrecken, Sorge, Angst) sind stärker als Argumente, Daten, Fakten etc. Die allermeisten haben sich positioniert, im Lager der sog. „Gutmenschen“ oder dem der „Besorgten“. Manche versuchen noch zu vermitteln, aber sehen sich irgendwann auch gezwungen, sich aufgrund der immer neuen Schreckensmeldungen zu der einen oder der anderen Gruppe zu schlagen. Dabei ist dann auch entscheidend, ob es eher die Schreckensmeldungen aus den Krisengebieten (Folterungen, Exekutionen, Zerstörung von Kunst und Kultur, Bomben, Vergewaltigungen) oder die Schreckensmeldungen vor Ort (Schulsport wegen Belegung der Turnhalle nicht mehr möglich) sind, die das eigene Wohlbefinden mehr in Unruhe versetzen. Mir scheinen die Fronten ziemlich festgezurrt und verhärtet. Die Kommentarspalten zu allen Beiträgen mit Flüchtlings-Thematik lesen sich irgendwie immer ziemlich ähnlich.

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Loblied auf die Frage

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Heute im Gottesdienst habe ich ein Experiment gewagt und bin ohne Manuskript auf die Kanzel gestiegen um zu predigen. Dafür aber mit jeder Menge Fragen aus der Gemeinde. Bevor ich von dieser Erfahrung berichte – ein kurzes Loblied auf „Die Frage“.

Ein Workshop vom Kirchentag in Stuttgart hatte einen besonders intensiven Nachhall bei mir. Es ging in diesem Workshop zunächst um „Persönliches im Gottesdienst“ und dann aber auch um die Schönheit der Frage. Ein Pastor berichtete sinngemäß, dass er nach fünf Jahren in der Gemeinde einfach nichts mehr zu sagen hatte, weil er müde davon war, sich jeweils über 15 Minuten zu einem Thema auszulassen, zu dem überhaupt niemand eine Frage gestellt hatte. Und oftmals ist auch das ja die Erfahrung von Predigthörern, dass man den Eindruck hat, es werden Antworten auf Fragen gegeben, die eigentlich gar niemand gestellt hat.

Vielleicht trägt auch dazu bei, dass wir als Predigende oft schon zu schnell bei den Antworten sind und die Fragen nicht lange genug Fragen sein lassen. Oder uns den eigenen Fragen erst gar nicht stellen. Ein Dozent an der Uni sagte mir einmal: „Wenn Sie in der Bibel mehr als drei Verse lesen und Ihnen kommt nicht irgendeine Frage in den Sinn, dann lesen Sie noch einmal genauer!“

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Von einer bedeutungslos werdenden Volkskirche zur „Kirche mit anderen“

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Ein weitverbreitetes und beliebtes Deutungsmuster zur steigenden Bedeutungslosigkeit der Volkskirchen in unserem Land funktioniert ungefähr so:

„Immer weniger Menschen kommen in die Kirchen. Der Grund dafür ist allerdings nicht, dass das Volk nicht spirituell interessiert wäre. Ganz im Gegenteil: Wir leben in der Zeit des Post-Säkularismus. Die Menschen tragen einen ganzen Bauchladen voller spiritueller Fragen und Sehnsüchte mit sich herum. Nur sind ausgerechnet die Kirchen der letzte Ort, an dem sie diese Fragen stellen, da sie dort keine Antworten mehr erwarten.“

Weitverbreitet ist dieses Deutungsmuster interessanterweise gerade innerhalb der kirchlichen Landschaft. Und zwar vermutlich deshalb, weil es in einer Zeit, die stattdessen auch depressiv machen könnte, einen gerade noch erträglichen Mix aus angeblich realistischer Gegenwartsanalyse bei immerhin noch vorhandener Zukunftsperspektive bietet: Zwar hat die Kirche bisher an den Leuten vorbeigeredet, weil sie Antworten auf Fragen gegeben kann, die so gar nicht gestellt worden waren. Aber nun, da dieses Problem erkannt ist, hat sie die Möglichkeit, sich als ehemaliger Monopolist auf dem Feld der Sinnsuche den heute aktuellen spirituellen Fragen der Menschen zuzuwenden und ihre Deutungshoheit im Hinblick auf die wirklich wichtigen Themen des Lebens zurückzugewinnen.

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Zehn Apps, die mir gefallen

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Ich bin immer ganz dankbar, wenn ich von anderen auf sinnvolle Apps hingewiesen werde, die den Arbeitsalltag erleichtern, Kreativität fördern oder einfach nur Spaß machen. Deshalb heute mal 10 Apps, die mir gefallen (die Hälfte davon sind kostenfrei). Vielleicht ist was für Euch dabei. Die Links führen jeweils in den App Store – teilweise gibts die Apps aber auch für Android.

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Gute Worte

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Morgen feiern wir hier Konfirmation. Ich liebe Konfirmationen.

Ich liebe es, wenn die ersten Konfis morgens todschick angezogen eintrudeln. Ich liebe den Moment, wenn wir mit der ganzen Gruppe und den Teamern vor dem Einzug im Gemeindehaus im Kreis stehen. Ich liebe den Moment, wenn die Glocken verklingen, die Orgel einsetzt, die Gemeinde aufsteht und wir alle feierlich einziehen. Ich liebe es, wenn die Kirche rappelvoll ist. Ich liebe es, wenn das Video vom letzten Jahr läuft. Ich liebe es, an diesem Tag zu predigen. Ich liebe den Moment, wenn wir alle zusammen das ganz eigene Glaubensbekenntnis sprechen. Ich liebe es, jedem einzelnen Gottes Segen zusprechen zu dürfen.

Und ich liebe den Moment, wenn ich die „guten Worte“ sagen und überreichen darf.

Damit hat es Folgendes auf sich: In jedem Jahr nehmen wir uns in der letzten Einheit, die das Thema „Freundschaft“ hat, ganz viel Zeit. Ungefähr eine ganze Stunde. In dieser Zeit läuft schön Musik und jeder nimmt sich so viele Zettel wie es Konfis und Teamer gibt. Und dann schreiben wir auf, was wir an dem anderen mögen. Was sie oder er gut kann. Warum der andere liebenswert ist. Bei manchen aus der Gruppe geht das ganz schnell und ein Zettel reicht gar nicht aus. Bei anderen müssen wir etwas länger überlegen, aber dann fällt einem doch etwas ein. Und so entsteht für jede und jeden ein ganzes Paket an liebevollen, guten Worten.

Wenn ich diese Worte für jeden zusammenbinde, dann berührt mich das immer sehr. Dieses Jahr besonders. In diesem Jahr sind es besonders schöne Worte. Sie sind sehr bewusst gewählt. Es ist wenig Leichtfertiges dabei. Aus ihnen spricht Lebensfreude genauso wie durchlittener Schmerz. Und die ganze Gruppe hat sich ganz viel Mühe gegeben, für jeden Einzelnen aus der Gruppe gute Worte zu finden:

„Du kannst andere begeistern.“ „Wenn du den Raum betrittst, geht die Sonne auf.“ „Du hast ein schönes Lachen.“ „Mit dir kann man über alles reden.“ „Du sorgst für gute Stimmung.“ „Du hast eine tolle Ausstrahlung.“ „Ich mag deine Haare.“ „Du bist sehr feinfühlig.“ „Du bist so kreativ.“ „Du hast ein großes Herz.“

Ich kann nur sagen, dass ich das mit 14 Jahren so nicht gekonnt habe – anderen so gut sagen zu können, was sie mir bedeuten. Mein Eindruck ist, dass diese Generation an Jugendlichen, die jetzt konfirmiert werden, auch über die sozialen Medien gelernt hat, anderen Komplimente zu machen, sich gegenseitig zu bestärken und mit Worten und Emoticons eigene Gefühle auszudrücken. Das ist echt ein Geschenk für die Welt, das ihr das so könnt.

Ich übe mich darin, indem ich beim Überreichen dieser vielen guten Worte dann jedem von Euch sage, was ich in euch sehe und warum ihr besonders seid.